Donnerstag, Januar 28, 2010

Einwurf: Obama, wie auch Trichet wollen risikoreiche Geschäfte von Banken limitieren

Gerne zitiere ich meinen Blog-Eintrag vom 6. Juli 2009:

"Die Investmentbanken haben durchaus ihre Existenzberechtigung und der undifferenzierte Blick der Medien ist ungerechtfertigt. Aber wie die Linken, bin auch ich der Meinung, dass Banken, welche Mittel von Privaten entgegennehmen, keinen Eigenhandel betreiben sollten. Dafür gibt es Hedge-Funds oder andere Konstrukte. Aber es kann nicht sein, dass eine Bank wegen des Eigenhandels fast Pleite geht, wie es bei der UBS geschehen ist. Bei einer Bank sollten die Dienstleistungen für die reale Wirtschaft im Vordergrund stehen und nicht Gewinnmaximierung durch riskante Finanztransaktionen."

Freitag, Januar 22, 2010

Die OPEC - Macht und Ohnmacht des Öl-Kartells

Ende des Jahres 2009 habe ich das Buch von Jan Martin Witte und Andreas Goldthau, "Die OPEC - Macht und Ohnmaht des Öl-Kartells". Das ist ein faszinierendes Buch über ein faszinierendes und aktuelles Thema. Ich kann mich nur der Rezension und Meinung von Michael Pohl (Link zur Quelle) anschliessen:

"In diesem Jahr begeht eine der bekanntesten und gleichzeitig geheimnisvollsten internationalen Organisationen ihren 50. Geburtstag - die OPEC. Ein neues Buch erzählt deren Geschichte und ermöglicht einen erhellenden Blick hinter die Kulissen dieses nicht ganz so mächtigen Kartells.

Kaum eine Organisation verursachte in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Ländern derartige Gefühlswallungen bei den Bürgerinnen und Bürgern, Medien sowie Politikern wie die OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries). Insbesondere viele Autofahrer verbinden mit ihr das Bild eines Zusammenschlusses von Staaten, deren Vertreter in teuren Limousinen an den Prachtbauten ihrer Länder vorbeifahren, während die Autofahrer in Europa an der Tankstelle immer tiefer in die Tasche greifen müssen.
Dass dieses Bild jedoch nur eine vereinfachende und - wenn überhaupt - eher selten zutreffende Beschreibung ist, zeigen die Politikwissenschaftler Jan Martin Witte und Andreas Goldthau in ihrem Buch „Die OPEC - Macht und Ohnmacht des Öl-Kartells“.
Die Autoren beschreiben leicht verständlich und gut strukturiert die Geschichte des „schwarzen Goldes“ von den ersten Entdeckungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis hin zu den aktuellen Debatten über erneuerbare Energien und Klimawandel. Dabei zeigen Witte und Goldthau stets das spannende Wechselspiel zwischen den politischen Entscheidungen und den jeweiligen Entwicklungen auf dem Ölmarkt. Somit werden sowohl die wirtschaftliche Bedeutung aber auch die politische Konfliktträchtigkeit des Öls spannend analysiert. Erhellend ist zudem die Tatsache, dass die OPEC während ihrer gesamten Geschichte nie dem Bild entsprach, welches insbesondere westliche Medien und Politiker in den letzten Jahrzehnten gern vermittelten: ein Kartell, das mit einer Stimme spricht und die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Globus jederzeit und nach Belieben beeinflussen kann. Vielmehr zeigt sich, dass dieser Zusammenschluss der Erdöl exportierenden Länder stets durch Intransparenz, Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich Preisen und Fördermengen sowie gegenseitigem Misstrauen bis hin zu Kriegen zwischen den Mitgliedsstaaten geprägt war. Die Geschichte der OPEC ist von Höhen und Tiefen geprägt; kann sie zu einem Zeitpunkt die Preise für Öl nahezu im Alleingang festlegen, wird sie schon einige Jahre später zu einem Getriebenen ohne Einfluss auf die Entwicklung der Preise. Zur Verständlichkeit der Geschichte trägt ebenso bei, dass die Autoren auch ausführlich die Entwicklung der Nicht-OPEC-Ölproduzenten schildern. So zeigt nicht zuletzt die Entwicklung in Russland und den ehemaligen Mitgliedern der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, dass Rohstoffe wie Öl (und Gas) eben keine „normalen“ Marktgüter sind.

Eine Analyse der aktuellen Situation sowie ein Versuch über die Rolle der OPEC in den Zeiten des Klimawandels runden dieses niemals langweilig wirkende Sachbuch ab. „Die OPEC“ ist ein Buch, das nicht nur Energiefachmännern - und Frauen neue Einblicke und Analysen der Geschichte des Öls liefert. Auch der interessierte Laie kann den sicher aufkeimenden Frust beim nächsten Tanken in einen neuen Zusammenhang stellen."

Dienstag, September 08, 2009

Die Schweiz ist die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt

Endlich sind wir auf Platz 1, lange waren wir auf Platz 2 hinter den USA, aber jetzt ist es offiziell, wir sind die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt, laut einem WEF-Bericht. Herzliche Gratulation.

Zitat von www.nzz.ch
"... . Jetzt erhält sie (die Schweiz) wieder die Goldmedaille, weil sie sich in der Wirtschafts- und Finanzkrise als stabil erwiesen hat, wie es in der Mitteilung der WEF zum «Global Competitiveness Report 2009–2010» heisst. Beim bisherigen Spitzenreiter, den USA, hätten sich demgegenüber die Finanzmärkte und die makroökonomische Stabilität markant verschlechtert. Laut dem Bericht waren die Schwierigkeiten des Bankensektors in der Schweiz weniger gravierend als in anderen Ländern.

In den USA hat die Krise vor allem die amerikanischen Grosskonzerne belastet. Dies habe zu erheblicher Unruhe und Verunsicherung geführt, was sich besonders auch im Budgetdefizit und in der Verschuldung der USA zeige, heisst es im WEF-Bericht. Die finanzielle Situation der USA habe sich durch die konkunkturstützenden Massnahmen noch zusätzlich verschlechtert.

Effizienter Arbeitsmarkt
Die Schweizer Volkswirtschaft zeichne sich weiterhin durch eine ausgezeichnete Innovationskraft, eine hochentwickelte Geschäftskultur und eine hohe Effizienz des Arbeitsmarktes aus, begründen die Autoren die guten Noten der Schweiz.

Gelobt werden auch die hohen Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung. Schweizer Wissenschaftsinstitute zählten zu den besten der Welt, schreibt das WEF. Die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft sei sehr eng. Die Innovationskraft zeige sich beispielsweise an der hohen Rate von Patenten. Bei den politischen Institutionen werden Transparenz und Effizienz hervorgehoben."

Unter diesem Link gibt es den vollständigen WEF-Bericht, sowie das gesamte Ranking.

Genau dies sollten sich die Linken mal durchlesen. In jeder möglichen Arena schreit mindestens ein Linker, die Deutschen, die Franzosen, die Engländer oder weiss der Teufel wer, macht dies so und so, darum müssen wir das auch so machen? Aber wieso? Wir sind doch der Massstab, nicht die Anderen. Wir müssen weiter an unserem Schweizer Weg festhalten, um die Besten zu bleiben. Je mehr wir uns Europa angleichen, desto mehr werden wir nur Mittelmass in einem Dickicht von wirtschaftlichen Beschränkungen, staatlichen Eingriffen und bürokratischen Wahnsinn verbunden mit einer massiven Enteignung privaten Vermögens.

Donnerstag, August 27, 2009

Interessante Wohnbevölkerungsstatistik

Heute hat das Bundesamt für Statistik die Wohnbevölkerungsdaten fürs Jahr 2008 der Schweiz bekanntgegeben (unter diesem Link einsehbar). Darunter gibt es einige interessante Daten.

Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz ist 2008 um 108'400 Personen gewachsen und erreichte Ende Jahr den Stand von 7.7 Millionen Einwohner/innen. Somit liegt ein Bevölkerungswachstum von 1.4% im Vergleich zum Vorjahr vor. So hoch wie seit den 60er Jahre nicht mehr. Zurückzuführen ist dieses Wachstum auf Einwanderer, der Wanderungssaldo liegt bei 98'000 Personen, die restlichen 10'000 sind ein Geburtenüberschuss. Somit ist die Schweiz eines der dynamischsten Länder in Europa und zeigt die Attraktivität dieses Landes auf. Nur Luxemburg und Irland hatten ein höheres Wachstum in Europa als die Schweiz.

Luxemburg: +2.0%
Irland: +1.5%
Schweiz: +1.4%
Liechtenstein: +0.7%
Italien: +0.7%
Frankreich: +0.6%
Österreich: +0.4%
Deutschland: -2.0%

Interessant sind auch die Anteile ausländischer Wohnbevölkerung:

Italiener 1995: 365'000
Italiener 2008: 295'000 (- 19%)

Deutsche 1995: 97'000
Deutsche 2008: 252'000 (+ 160%)

Die Schweiz ist ein attraktives Land, besonders für gut qualifzierte Arbeitnehmer. Diese Statistik zeigt eindrücklich auf, wie die Deutschen gegen ihre Politiker und gegen ihr Steuersystem protestieren, nicht mit Demonstrationen oder ähnliches, sondern wie oft erwähnt "mit den Füssen". Die deutschen Leistungsträger wandern in die Schweiz aus. Aber das fällt den deutschen Steuereintreibern (fast schon Enteigner) glaube ich nicht auf, sonst würden sie nicht tagtäglich neue und höhere Steuern fordern. Ich frage mich einfach, wann diese Politiker endlich einsehen, dass Deutschland so langfristig einfach nicht überleben kann.

Dienstag, August 04, 2009

Update 5: UBS Aktie (2Q Report)

Am letzten Freitag haben die amerikanischen Steuerbehörden sowie die schweizerischen Behörden eine Grundsatzübereinkunft im Steuerstreit bekannt gegeben. Dies dürfte für die UBS die wohl wichtigste Entscheidung in diesem Jahr sein. Wenn diese Woche noch die letzten Details verhandelt und bekannt gegeben werden, dann dürfte dies der Wendepunkt für die UBS und die UBS Aktie sein. Auch die Aktienmärkte haben sich positiv entwickelt und helfen somit der Rendite der Vermögensverwaltung. Oswald Grübel ist daran, die Bank wieder auf den richtigen Kurs zu bringen und ich bin überzeugt, dass er dies auch gut umsetzen wird.

Analyse: 2. Quartal 2009

1. Global Wealth Management and Business Banking

a) Wealth Management & Swiss Bank

2. Quartal 2009: Operating Income 2.9 Mia. / Ausgaben 2.0 Mia. = Gewinn 0.9 Mia.
1. Quartal 2009: Operating Income 2.9 Mia. / Ausgaben 1.8 Mia. = Gewinn 1.1 Mia.
2. Quartal 2008: Operating Income 4.0 Mia. / Ausgaben 2.1 Mia. = Gewinn 1.9 Mia.

b) Wealth Management Americas

2. Quartal 2009: Operating Income 1.35 Mia. / Ausgaben 1.6 Mia. = Gewinn -0.2 Mia.
1. Quartal 2009: Operating Income 1.4 Mia. / Ausgaben 1.45 Mia. = Gewinn -0.05 Mia.
2. Quartal 2008: Operating Income 1.6 Mia. / Ausgaben 1.4 Mia. = Gewinn 0.2 Mia.

2. Global Asset Management

2. Quartal 2009: Operating Income 0.55 Mia. / Ausgaben 0.45 Mia. = Gewinn 0.1 Mia.
1. Quartal 2009: Operating Income 0.5 Mia. / Ausgaben 0.55 Mia. = Gewinn -0.5 Mia.
2. Quartal 2008: Operating Income 0.8 Mia. / Ausgaben 0.45 Mia. = Gewinn 0.35 Mia.

3. Investment Bank

a) Investment Banking Dienstleistungen

2. Quartal 2009: Einkommen 0.7 Mia.
1. Quartal 2009: Einkommen 0.3 Mia.
2. Quartal 2008: Einkommen 1.0 Mia.

b) Eigenhandel und Trading (Equities)

2. Quartal 2009: Einkommen 1.45 Mia.
1. Quartal 2009: Einkommen 1.35 Mia.
2. Quartal 2008: Einkommen 1.7 Mia.

c) Eigenhandel und Trading (FICC)

2. Quartal 2009: Einkommen -0.05 Mia.
1. Quartal 2009: Einkommen -2.0 Mia.
2. Quartal 2008: Einkommen -4.65 Mia.

Total Investment Bank:

2. Quartal 2009: Einkommen 0.5 Mia. / Ausgaben 2.35 Mia. = Gewinn -1.85 Mia.
1. Quartal 2009: Einkommen -0.65 Mia. / Ausgaben 2.5 Mia. = Gewinn -3.15 Mia.
2. Quartal 2008: Einkommen -2.3 Mia. / Ausgaben 2.95 Mia. = Gewinn -5.25 Mia.

Wie viel hat sich die UBS nun erarbeitet in diesem Quartal?

Rechnet man nun die einzelnen Ergebnisse zusammen und bereinigt sie um die einmaligen Ereignisse sieht es folgendermassen aus:

WM + Swiss: 1.25 Mia. Gewinn (+0.35 Mia. einmalige Restrukturierungskosten)
WM Americas: -0.05 Mia. Gewinn (+0.15 Mia. einmalige Restrukturierungskosten)
Global Asset Management: 0.1 Mia. Gewinn
Investment Bank: In diesem Quartal gab es keine grösseren Abschreiber auf amerikanische Hypothekenpapiere, lediglich 0.2 Mia. CHF. Dann gab es auch eine riesige Korrektur nach unten von 1.2 Mia. CHF, in Bezug auf das "Own Credit", d.h. eine negative Veränderung des Credit Spreads der UBS. Oswald Grübel fährt die ganze Investment Bank herunter und daher ist es kaum ersichtlich aus den Ergebnissen, wo noch Restrukturierungskosten dahinter stecken, v.a. bei den Löhnen ist der Bericht wenig transparent. Wegen diesen Unsicherheiten lasse ich die Ergebnisse der Investment Bank wieder mal weg.
Total UBS im 2. Quartal 2009: 1.3 Mia. / Im 1. Quartal 2009 war die Leistung praktisch identisch bei 1.2 Mia. CHF

Die Kundenvermögen

Die Abflüsse haben sich weiter angehalten, bis auf den Schweizer Markt, dort sind fast keine Gelder mehr abgeflossen.

Nun, wo ist das Geld dann wirklich abgeflossen im 2. Quartal?

Wealth Management & Swiss Bank
Internationale Klienten: Vermögen: 633 Mia. CHF (1Q 621 Mia.) / 16.3 Mia. abgezogen (2.6% der Vermögen)
Schweizer Klienten: Vermögen: 328 Mia. CHF (1Q 313 Mia.) / 0.2 Mia. abgezogen (~ 0%)

Wealth Management Americas
Vermögen: 695 Mia. CHF (1Q 673 Mia.) / 5.0 Mia. abgezogen (0.7%)

Global Asset Management
Vermögen: 593 Mia. CHF (1Q 576 Mia.) / 17.2 Mia. abgezogen (2.99%)

Total verwaltete Vermögen
31.12.2008: 2'175 Mia. CHF
31.03.2009: 2'183 Mia. CHF
30.06.2009: 2'249 Mia. CHF

>>> Die verwalteten Vermögen der UBS sind gesamthaft wieder angestiegen, was aber in erster Linie auf die Börsenrally zurückzuführen ist. Gesamthaft wurden fast 40 Mia. CHF abgezogen, was alles andere als positiv zu werten ist. Nach dem Vergleich mit der amerikanischen Justiz bleibt jetzt zu hoffen, dass v.a. die internationalen und amerikanischen Kunden keine Gelder mehr abziehen werden.

Fazit

Abwarten. Der erste grosse Stolperstein ist mit dem Vergleich mit der amerikanischen Justiz weggeräumt. Jetzt können sich die UBS und die Mitarbeiter hoffentlich wieder 100% auf ihren eigentlichen Job konzentrieren. Als Nächstes gilt es den Geldabfluss zu stoppen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den 3Q Bericht am 3. November.

Montag, Juli 06, 2009

Was macht eigentlich eine Investment-Bank?

In den Medien hat man in der letzten Zeit oft von diesem "schrecklichen" Investment-Banking geredet. All diese gierigen und unverantwortlich handelden Investmentbanker wurden verschrien. Wohl keine andere Branche hat im Moment ein schlechteres Image und dabei weiss der Grossteil der Menschen gar nicht, was eine Investmentbank wirklich macht. Das Image lautet ca. so: "Hochriskantes Spekulieren oder Casino-Investments". Nun, das ist jedoch nur ein kleiner Teil des Investmentbankings und all die wichtigen und wertvollen Dienstleistungen einer Investmentbank werden überhaupt nicht erwähnt. Der Grossteil der Investmentbanker betreibt kein Eigenhandel, sondern bietet ganz andere und entscheidende Dienstleistungen an, als da wären (nach Wikipedia):

- Auf Primärmärkten beschäftigen sie sich mit der Emission von Fremd- und Eigenkapital.
- Sie unterstützen Kapitalnehmer bei der Suche nach Kapitalgebern und übernehmen durch ihre Beratung beim Erwerb und Verkauf von Unternehmensbeteiligungen (M&A) Vermittlungsleistungen.
- Auf Sekundärmärkten sind sie in der Kundenberatung sowie Auftragsausführung im Handel von Wertpapieren für Kunden tätig.
- Sie übernehmen die Vermögensverwaltung für Kunden.
- Sie sind auch Market Maker, d. h. sie handeln Wertpapiere und standardisierte Güter (z. B. Devisen), indem sie An- und Verkaufspreise stellen.
- Der Eigenhandel dient zur Steigerung des Gewinns und der Erhöhung der Liquidität im Markt, wodurch der Handel anderer Marktteilnehmer erleichtert wird.

Ich habe selber in der Investmentbank der UBS gearbeitet und fast alle Mitarbeiter die ich kennengelernt habe, waren nicht im Eigenhandel tätig. Die Investmentbanken übernehmen wichtige wirtschaftliche Aufgaben und ermöglichen es erst unserer Welt bzw. Unternehmen schwierige Transaktionen zu tätigen. Durch die Fremdkapitalaufnahme (Herausgabe von Obligationen) und Eigenkapitalemission (Herausgabe von Aktien) im grossen Stile wird es den Unternehmen erst ermöglicht zu wachsen, zu forschen, neue Zweige aufzubauen usw. Ohne die Dienstleistungen der Investmentbanken wäre das Wachstum der letzten und der kommenden Jahre in diesem Ausmass nicht möglich. Und auch für uns Kleinaktionäre sind die Investmentbanken wichtig, sie kreieren Derivate und Produkte, die wir sonst nicht kaufen könnten, sie verflüssigen den ganzen Markt und ermöglichen somit ständig zu handeln.

Die Investmentbanken haben durchaus ihre Existenzberechtigung und der undifferenzierte Blick der Medien ist ungerechtfertigt. Aber wie die Linken, bin auch ich der Meinung, dass Banken, welche Mittel von Privaten entgegennehmen, keinen Eigenhandel betreiben sollten. Dafür gibt es Hedge-Funds oder andere Konstrukte. Aber es kann nicht sein, dass eine Bank wegen des Eigenhandels fast Pleite geht, wie es bei der UBS geschehen ist. Bei einer Bank sollten die Dienstleistungen für die reale Wirtschaft im Vordergrund stehen und nicht Gewinnmaximierung durch riskante Finanztransaktionen.

Mittwoch, Juni 03, 2009

Update 4: UBS Aktie (1Q09 Report)

Am 10. Februar 2009 habe ich den Bericht zum 4. Quartal 2008 kommentiert. Seit diesem Datum ist die ganze Bankenwelt in der Schweiz mehr oder weniger auf den Kopf gestellt worden. Die ganzen Ereignisse des Februars und Märzes haben völlig neue Grundlagen für die Bewertung der CH-Bankaktien geliefert. Und auch bei der UBS haben sich die Ereignisse überschlagen. Bevor wir uns auf die Zahlen stürzen, kurz die Ereignisse im Zeitraffer:

18. Februar 2009: Die Finma verfügt, dass die UBS rund 300 Daten von amerikanischen Kunden an die amerikanischen Steuerbehörden ausliefert. Dies jedoch ohne das Verfahren abzuwarten. Es ist schon unglaublich, dass noch nach 3/4 Jahren die Sachen nicht abgeklärt wurden. Der Druck und die Drohgebärden (IRS) der Amerikaner sind so gross, dass die Finma einlenkt.

27. Februar 2009: Oswald Grübel (jahrelang CS-CEO) löst Marcel Rohner ab und übernimmt das Amt des CEO bei der UBS.

4. März 2009: VR-Präsident Peter Kurer kündigt an bei der GV vom 15. April nicht zur Wiederwahl anzutreten und die UBS präsentiert Alt-Bundesrat Kaspar Villiger als Nachfolger.

13. März 2009: Bundesrat Merz weicht (ohne Gegenforderungen zu stellen) auf Druck der OECD-Staaten das Bankgeheimnis auf. Die Schweiz wird die OECD Standards annehmen und Rechtshilfe auch bei Steuerhinterziehung leisten. Nicht nur die Schweiz hat diesen Schritt angekündigt, sondern auch Liechtenstein, Singapur, Luxembourg, Österreich usw.

15. April 2009: Kaspar Villiger wird als Nachfolger und Verwaltungsratspräsident an der UBS GV gewählt. UBS CEO Grübel kündigt nach einem guten Januar und Februar trotzdem einen Milliardenverlust und einen Netto-Geldabfluss im 1. Quartal 2009 an.

Analyse: 1. Quartal 2009

1. Global Wealth Management and Business Banking (Anmerkung: die UBS hat diese Abteilung neu strukturiert, so gibt es nur noch ein Wealth Management & Swiss Bank und ein Wealth Management Americas).

a) Wealth Management & Swiss Bank

1. Quartal 2009: Operating Income 2.9 Mia. / Ausgaben 1.8 Mia. = Gewinn 1.1 Mia.
4. Quartal 2009: Operating Income 3.15 Mia. / Ausgaben 1.7 Mia. = Gewinn 1.45 Mia.
1. Quartal 2008: Operating Income 4.2 Mia. / Ausgaben 2.25 Mia. = Gewinn 2.0 Mia.

b) Wealth Management Americas

1. Quartal 2009: Operating Income 1.4 Mia. / Ausgaben 1.45 Mia. = Gewinn -0.05 Mia.
4. Quartal 2009: Operating Income 1.45 Mia. / Ausgaben 1.15 Mia. = Gewinn 0.3 Mia.
1. Quartal 2008: Operating Income 1.65 Mia. / Ausgaben 1.45 Mia. = Gewinn 0.2 Mia.

2. Global Asset Management

1. Quartal 2009: Operating Income 0.5 Mia. / Ausgaben 0.35 Mia. = Gewinn 0.15 Mia.
4. Quartal 2009: Operating Income 0.5 Mia. / Ausgaben 0.25 Mia. = Gewinn 0.25 Mia.
1. Quartal 2008: Operating Income 0.8 Mia. / Ausgaben 0.45 Mia. = Gewinn 0.35 Mia.

3. Investment Bank

a) Investment Banking Dienstleistungen

1. Quartal 2009: Einkommen 0.6 Mia.
4. Quartal 2008: Einkommen 1.05 Mia.
1. Quartal 2008: Einkommen 1.1 Mia.

b) Eigenhandel und Trading (Equities)

1. Quartal 2009: Einkommen 1.3 Mia.
4. Quartal 2008: Einkommen 0.2 Mia.
1. Quartal 2008: Einkommen 2.05 Mia.

c) Eigenhandel und Trading (FICC)

1. Quartal 2009: Einkommen -2.0 Mia.
4. Quartal 2008: Einkommen -3.7 Mia.
1. Quartal 2008: Einkommen -19.0 Mia.

Total Investment Bank:

1. Quartal 2009: Einkommen -0.65 Mia. / Ausgaben 2.5 Mia. = Gewinn -3.15 Mia.
4. Quartal 2008: Einkommen -6.5 Mia. / Ausgaben 1.6 Mia. = Gewinn -8.1 Mia.
1. Quartal 2008: Einkommen -14.8 Mia. / Ausgaben 3.4 Mia. = Gewinn -18.2 Mia.

Wie viel hat sich die UBS nun erarbeitet in diesem Quartal?

Rechnet man nun die einzelnen Ergebnisse zusammen und bereinigt sie um die einmaligen Ereignisse sieht es folgendermassen aus:

WM + Swiss und WM Americas: 1.05 Mia. Gewinn
Global Asset Management: 0.15 Mia. Gewinn (Der Sondereffekt des Verkaufes der Bank Pactual wurde hochgerechnet)
Investment Bank: im Report wird von Bewertungskorrekturen nach unten in der Höhe von 3.8 Mia. berichtet. Insbesondere wieder bei dem FICC, wegen Credit Default Swaps von Monoliner. Dann gab es auch eine Korrektur nach oben von 0.65 Mia., in Bezug auf das "Own Credit", d.h. eine positive Veränderung des Credit Spreads der UBS. Rechnet man das auf, kommt man genau auf eine schwarze Null
Total UBS im 1. Quartal 2009: 1.2 Mia. / Im 4. Quartal war die Leistung noch bei 2.3 Mia.

Dieses Quartal wurde von den politischen Ereignissen rund um die UBS und das CH-Bankgeheimnis überschattet. Die hohen Nettoabflüsse der Quartale 3 + 4 2008, aber besonders die extremen Kursverluste Ende 2008 / Anfang 2009 haben die Ertragsseite beim Wealth Management stark belastet und die Gewinne vermindert. In den USA wurden viele neue Berater mit sehr hohen Bonusversprechen geholt (was sich in einem Nettogeldzufluss mündete), was die Ausgaben belastet, somit ist dort dieses Mal ein Minus entstanden. Mal schauen, ob diese Politik Früchte trägt, das wird sich in den nächsten Quartalen zeigen. Die Investment Bank wird von Grübel weiter runtergefahren und wieder haben die Bewertungen ein Loch in die Bilanz gerissen.

Die Kundenvermögen

Die Abflüsse haben sich stark verringert im Vergleich zum 4. Quartal. Die jetzigen Abflüsse sind v.a. auf die Ereignisse des 18. Februar zurückzuführen. Dies hat sehr viele Klienten verunsichert und auch die Aufweichung des Bankgeheimnisses hat dazu beigetragen.

Nun, wo ist das Geld dann wirklich abgeflossen im 1. Quartal?

Wealth Management & Swiss Bank
Internationale Klienten: Vermögen: 621 Mia. CHF (4Q 631 Mia.) / 13.2 Mia. abgezogen (2.1% der Vermögen)
Schweizer Klienten: Vermögen: 313 Mia. CHF (4Q 325 Mia.) / 10.2 Mia. abgezogen (3.2%)

Wealth Management Americas
Vermögen: 673 Mia. CHF (4Q 644 Mia.) / 16.2 Mia. zugeflossen (2.5% Zufluss)

Global Asset Management
Vermögen: 576 Mia. CHF (4Q 575 Mia.) / 7.7 Mia. abgezogen (1.3%)

Total verwaltete Vermögen
31.12.2008: 2'175 Mia. CHF
31.03.2009: 2'183 Mia. CHF

>>> Die verwalteten Vermögen der UBS sind gesamthaft angestiegen, was aber in erster Linie auf den USD/CHF Kurs zurückzuführen ist. Im Grossen und Ganzen bleibt zu sagen, dass "nur" 14.9 Mia. abgezogen wurden, was auf einem verwalteten Vermögen von über 2 Billionen nicht sehr viel ausmacht.

Fazit

Durch die Aufweichung des Bankgeheimnisses wurde in meinen Augen das Hauptargument ausländischer Kunden Geld in die Schweiz zu bringen vernichtet. Mit diesen erwirtschaftet die UBS sehr viel Geld. Der Krux an der Sache ist im Moment jedoch, dass die keine Ausweichmöglichkeiten haben, denn die anderen "Steueroasen" wie Singapur haben genau das gleiche angekündigt wie die CH. Aber trotzdem, diese Angriffe aller Seiten auf die CHF inkl. UBS und das hängige Verahren in den USA haben mich ziemlich beunruhigt. Ich hatte schon immer gesagt, wenn das Bankgeheimnis aufgeweicht wird, dann können die CH-Banken teilweise einpacken. Liechtenstein rechnet mit rund 20% Abfluss von Kundengeldern, der volkswirtschaftliche Schaden für die Schweiz wird gross sein. Die Frage ist nur, wieviel Steuerhinterzieher tatsächlich ihr Geld noch in der Schweiz hatten, denn in den letzten Jahren hat ja jede CH-Bank, welche im Wealth Management tätig ist mindestens eine Filiale in Singapur eröffnet, um die Gelder dorthin zu transportieren. Ich denke, der Fall des Bankgeheimnisses war in vielen Kreisen klar.

Wegen dieser sehr heiklen Situation für die UBS habe ich am 25.03 die Hälfte meiner UBS Aktien mit Verlust verkauft. Ich wollte das Risiko etwas senken. Dieses Geld habe ich direkt in Xstrata investiert, welche seitdem fast 75% im Plus sind.

Aber zurück zu den Aussichten der UBS. Mit Grübel hat die UBS natürlich einen alten Hund geholt, der weiss wie man aufräumen muss, das war auch der Hauptgrund, wieso ich nicht alles verkauft habe. Nun, seit dem Tief im März haben sich die Aktienmärkte sehr stark erholt, was sich positiv auf die verwalteten Vermögen auswirken wird und damit auch zu besseren Erträgen. In der Investment Bank wird weiter aufgeräumt und Grübel hat auch einen weiteren Stellenabbau angekündigt, nun auch im Private Banking. Dies wird sich auf die Ausgaben auswirken, vielleicht nicht sofort, aber in den nächsten Monaten.

Die makroökonomischen Aussichten haben sich stabilisiert und die Aussichten haben sich deutlich verbessert. Zudem hat Ben Bernanke heute gesagt, dass die Erholung Ende Jahr kommen wird. Wenn dies eintrifft und wenn die UBS glimpflich aus all diesen Gerichtsverfahren herauskommt, das Parlament keine fatalen Eingriffe tätigen wird und die Auswirkungen der politischen Entscheidungen des 1Q sich nicht all zu fatal auswirken, dann sehe ich durchaus noch immer einen Kurs bei rund 30 CHF Ende Jahr. Denn auch die sehr zyklische Investment Bank dürfte gegen Ende des Jahres wieder besser laufen und dann könnten die Aussichten 2010 für die UBS gar nicht so schlecht aussehen. Denn auch in diesem Quartal hat die UBS 1.2 Mia. CHF aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet, was mit den eingeleiteten Massnahmen und einer halbwegs gesunden Investment Bank wieder deutlich steigern lassen wird.

Das zweite Quartal wird wieder ein bisschen mehr Licht ins Dunkle bringen, aber die UBS unter diesen neuen Voraussetzungen ist in meinen Augen ein 50/50 Kandidat und nur für Risikfreudige eine Kaufüberlegung wert.

Peak-Oil - Wie lange reicht noch das Öl?

An dieser Stelle möchte ich auf meinen Beitrag "Diese unsägliche Klimadiskussion" vom 12. September 2008 verweisen. Dort habe ich am Schluss das energietechnische Problem unserer Menschheit ein bisschen skizziert. Dazu möchte ich euch (also denen die sich für diese Problematik interessieren und bereit sind ein 30seitiges Dokument zu lesen) nahelegen, folgendes Dokument durchzulesen. Dieses habe nicht ich selber verfasst, sondern ein Typ auf dem Forum von www.wallstreet-online.de. Dieser hat all diese Sachen über ein Jahr im Forum zusammengetragen, ich habe jetzt alles rausgezogen und in einem Dokument zusammengefasst und strukturiert. Darin geht es in erster Linie um die Peak-Oil Theorie, den Einfluss von unkonventionellen Ölen und eine kybernetische Sichtweise auf den Ölpreis. Es ist wirklich hochspannend und eine Zusammenfassung vieler gängiger Quellen. In erster Linie geht es darum, die Entwicklung des Ölpreises und Szenarien von dessen Auswirkungen auf das Leben auf dieser Erde zu skizzieren. Ich denke, für jeden, der über Öl und dessen Zukunft mitreden will, für den ist dieses Dokument ein "must read".

Dieser Typ hat auf dem Forum die sogenannte "Bäcker-Parabel" gebracht. Ich finde diese genial und wenn man diese im Hinterkopf hat, dann wird vieles, was unter der Bush-Regierung passiert ist, klarer und offensichtlicher.

Die Bäcker-Parabel

Nehmen wir einmal an, da ist in einem Ort ein Bäcker. Es gibt in diesem Ort nur einen Bäcker, der für alle backt. Dies stört aber niemanden, da der Bäcker immer genug Brot liefert. Jeder bekommt soviel Brot, wie er will und das zu einem fairen Preis! Ein Brot kostet vielleicht einen Euro. So sind alle zufrieden.

Nun wächst der Ort so nach und nach. Eines Tages aber, verkündet der Bäcker, dass ihm das Mehl langsam weniger würde. Niemand kann das verhindern. Plötzlich fällt allen auf, dass es ja nur einen Bäcker gibt, die ganze Zeit über und kein anderes Lebensmittelgeschäft. Eines Tages, stehen die 20 Leute, die jeden Morgen um Brot anstehen beim Bäcker. Der sagt: es gibt aber ab heute nur noch Brot für 16 Leute, 4 kriegen nix - und in Zukunft sieht es sogar nach noch weniger aus.

Was passiert?

Teilen die Leute das wenige Brot? Nein! Die ersten in der Schlange sagen: "Wir waren zuerst da, also gehört alles uns!". Die hinteren sagen: "Ich biete 2, nein 3, nein 10 Euro für ein Brot." Dann bricht ein Tumult aus, in dessen Folge die Hälfte des Brotes zerstört, die Bäckerei schwer beschädigt und ein Teil der Leute getötet wird.

Im Laufe des Tages bildet sich ein Kartell der stärksten Dorfbewohner, welches die Bäckerei ständig bewacht und dafür sorgt, dass alle Kartellmitglieder Brot bekommen. Die Kartellgegner bekämpfen das Kartell. Entweder wechselt die Macht noch mal zum Gegenkartell oder nicht. Ergebnis: die Kartellgegner des herrschenden Kartells siechen oder verhungern - ohne Brot und ernähren sich vielleicht notdürftig aus den Abfällen der Kartellisten. Die stärksten Kartellmitglieder können sich das meiste Brot sichern. Die ständige Angst vorm Verhungern bleibt trotzdem. Am Ende ist das Dorf nur noch halb so groß und Brot sehr teuer bzw. sehr kontrolliert.

Wendepunkt der Menschheit

Meiner Meinung nach sind wir im Moment an einem Wendepunkt der Geschichte, nicht unbedingt wegen der Finanzkrise, jedoch wegen des Öles. Seit 2006 gibt es keine nennenswerte Mehrförderung, d.h. Peak-Oil ist mehr oder weniger eingetroffen. Die Suche nach Alternativen hat begonnen, und somit ein Wettrennen gegen die Zeit. Wir Junge werden dies alles noch live miterlben in den kommenden Jahrzehnten.

Freitag, Mai 22, 2009

USA Trip

Seit meiner Rückkehr aus den USA habe ich fast jede freie Minute damit verbracht meine Bachelor-Arbeit zu schreiben. 16'917 Wörter bzw. 72 Seiten brauchen ihre Zeit. Naja, heute habe ich sie endlich abgegeben und habe jetzt ein bisschen Zeit die USA Reise zusammen zu fassen, bevor es ab nächster Woche mit der Vorbereitung der Prüfungen losgeht.

Dünni, Buddy und ich sind am 1. April ab Zürich geflogen. Am Abend vorher waren wir noch mit Rafzi-Bafzi im Paddie's in Winterthur, Kloten vs Davos schauen. Zufällig war auch Adrian Wichser an der Bar und schaute sich das Spiel an, was Kloten ja dann gewonnen hat. Wir hatten einen Connecting-Flight in Newark, welchen wir fast verpasst hätten, da man ja stundenlang bei dieser blöden amerikanischen Homeland Security anstehen muss. Dieses Mal wurde ich wenigstens nicht 15 Minuten lang ausgefragt. 19:00 Central Standard Time (-7 Stunden im Vergleich zur Schweiz) sind wir dann in Dallas gelandet, haben uns ein Taxi geschnappt und sind sofort Richtung Hotel gefahren. Um 19:30 fing nämlich das NBA Spiel Dallas Mavericks vs Miami Heat, zum Ende des 2. Viertels hatten wir es in dieses schöne Stadion geschafft und sahen ein tolles Spiel mit wahnsinnig guter Stimmung. Nach einem 26 Stunden Tag gingen wir dann schlafen.


Am nächsten Tag (Donnerstag) schauten wir uns ein bisschen in Dallas um. Erwähnenswert ist hier die Besichtigung der Tötungsstätte von John F. Kennedy. In dem Raum, von welchem Lee Harvey Oswald JFK (angeblich) tötete, ist heute ein Museum. War noch eindrücklich da aus diesem Fenster zu schauen. Am Abend stand ein langweiliges NHL Spiel auf dem Programm: Dallas Stars vs Calgary Flames.

Mit den Greyhound Buses sind wir am Freitag Morgen Richtung Houston gefahren. Mehr als 4 Stunden Fahrzeit, okay, Buddy kam es fast wie ein Tag vor :-). Der Zwischenhalt in Buffalo, Texas war mein persönliches Highlight dieser Fahrt :-) (obwohl das "Noch xxx Tage bis Buffalo"-Original im Bundesstaat New York liegt). Dann checkten wir im Hyatt in Houston ein, wo schon all diese Wrestling-Fans auch waren. Das Hotel war eindrücklich, besonders hervor stachen die Lifte, sowas finde ich einfach klasse.


Am Abend besuchten wir eine Veranstaltung von Ring of Honor, das ist die grösste Indy-Liga und bekannt für die fantastischen Wrestling-Matches. Für mich persönlich war das einer der Top5-Highlights dieser Reise. Wie rund 1'500 Leute solch eine Stimmung über 4 Stunden machen können, echt fantastisch und v.a. war die Interaktion zwischen Wrestler und Fans fantastisch ("Check the ropes"-, "We want cake"-, "No more cake"-Chants usw.). Und dann war da das Match zwischen Kenta und Davey Richards. Ein wrestlerisch und technisch so starkes Match habe ich noch nie gesehen, unglaublich was die beiden auf die Beine gestellt haben. So gegen 24:00 gingen wir zurück ins Hotel und nahmen Sokrates in Empfang, welcher direkt von Chicago angeflogen kam.

Der Samstag fing für Dünni ziemlich ernüchternd an, da die Schlange für die Midday Madness (Autogrammstunde) im Reliant Center viel zu lang war und die Wrestler nur B-Namen, entschieden wir direkt an die nächste Ring of Honor Veranstaltung zu gehen. Dies war ziemlich lustig, v.a. nach all dem Bier :-). Nachher ging es zur Hall of Fame Ceremony (mit Dresscode) im Toyota Center, welche mit Austin einen absoluten Knaller zu bieten hatte, den wohl wichtigsten Wrestler aller Zeiten für die WWE. Gänsehaut-Stimmung pur.


Am Sonntag stand das absolute Grossereignis auf dem Programm: WrestleMania XXV im Reliant Stadium vor mehr als 70'000 Fans. Es war eine WrestleMania mit vielen WrestleMania-Feeling-Momenten (Austin-Abschied, Mickey Rourke schlägt Jericho usw.), nur leider hat Triple H wegen seinem unaufhörlichen Egoismus den Main Event völlig verkackt, was die Stimmung direkt nach WM ziemlich eingetrübt hat. Dafür waren die Grabszene bei Access und der Body-Paint von Soki ein Aufmunterer (wir wurden deswegen sogar gefilmt von einer Fernseh-Anstalt).




Die Monday Night Raw Sendung entschädigte ein bisschen für den Main-Event Upfuck vom Abend vorher. Denn Batista gab sein überraschendes Comeback, tja, und ich habe noch nie gesehen, dass Dünni emotional so ausgerastet ist wie in diesen Moment. Ich sage noch zu ihm als Triple H von Legacy vermöbelt wird: "Jetzt kommt Batista und macht den Safe!" Dünni: "Der hat nichts mit dieser Story zu tun!" 5 Sekunden später ertönt die Musik von Batista :-) und das Toyota Center explodiert förmlich. Am Dienstag haben wir dann noch das Spiel der Houston Rockets gegen Orlando Magic besucht, der Beilagen-Stand für die Burgers war das Highlight (ich liebe diese Paprika-Schoten).


Am Mittwoch Morgen sind wir nach New York geflogen. Die Taxi Fahrt war ziemlich aufregend zum Flughafen, dieser Typ hat so ziemlich jede Verkehrsregel gebrochen, die man brechen kann :-). In New York landeten wir auf den Flughafen La Guardia, dieser liegt ziemlich auf dem Wasser, so sieht man nur Wasser bis kurz bevor man aufsetzt, Dünni wurde es kalt unter den Füssen. Am Abend ging es ins altehrwürdige Madison Square Garden bei der ebenso bekannten PennStation, um eines der schlechtesten Teams der Liga zu sehen, die New York Knicks.

Am Donnerstag war dann mein Geburtstag, und wir haben DownTown inkl. Wall Street besucht und mit dem Heli über Manhattan geflogen, das war wahrlich ein Highlight. Am Abend stand das Spiel der Rangers auf dem Spiel, gegen den Nachbarn Philadelphia Flyers. Die Stimmung war klasse, man sagt nicht umsonst, die Rangers Stimmung im MSG sei etwas Spezielles. Dies sollte jeder Hockeyfan mal erlebt haben.


Der Freitag war der erste Tag ohne ein sportliches Ereignis. So hatten wir Zeit Upper Manhattan zu besichtigen. Die UNO, das Empire State Building und am Abend der Times Square inkl. das Chicago Musical. Dieses Musical war echt fantastisch, und ich kann jedem empfehlen, wenn er in New York ist, eines der bekannten Musicals zu besuchen, auch wenn es etwas kostet. Es ist wirklich etwas ganz Spezielles, der Broadway und seine Musicals. (Es hat auf den Strassen viel mehr Taxis als normale Autos, das ist abartig).

Das Wochenende haben wir dann ziemlich chillig genommen. Am Samstag fuhren wir auf New Jersey hinaus, um den Stanley Cup Sieger von 2003 zu begutachten, die NJ Devils. Am Sonntag liessen wir unsere patriotische Seite etwas aufkommen, wir besuchten das Spiel der New York Islanders, bei wem bekanntlich der Schweizer Mark Streit spielt. Long Island ist gut 1 Stunde von Manhattan entfernt (mit den ÖVs) und man muss durch Queens fahren, wo der King of Queens zuhause ist ;-). Es waren erstaunlich viele Schweizer da, der Bus war praktisch voll von Schweizern. Und die Retour-Fahrt mit dem Taxi bis zur Jamaica-Station werden wir auch nicht so schnell vergessen :-). Das Auto wäre in der Schweiz nie durch den "TÜF" gekommen, unglaublich, die Achsen waren völlig verbogen bzw. so fühlte es sich an. Das war das eine, der junge Mann aus der DomRep hatte keine Ahnung wo diese Jamaica-Station war, er musste mehrmals anhalten und nach dem Weg fragen :-). Der Montag war dann reserviert für die Verschiebung zum riesigen Flughafen von Newark. Und schon war diese fantastische und aufregende USA Reise vorbei. Das alles so toll und ohne Probleme geklappt hat, hat selbst mich als alten Reiseveranstalter-Hasen positiv überrascht :-).


Top 5 Highlights der Reise:

1. WrestleMania XXV im Reliant Stadium vor mehr als 70'000 Zuschauern
2. Ring of Honor Show am Freitag Abend mit Kenta vs Davey Richards
3. Heli Rundflug in Manhattan
4. Rangers Spiel mit dieser faszinierenden Stimmung
5. Chicago-Musical und das ganze Broadway-Feeling

Flop 5 der Reise:

1. Triple H verkackt WrestleMania XXV Main Event
2. Hot Dog mit einer Tonne Käse und Chily-Con-Carne
3. Dünni schaffte es tatsächlich sich am ersten Morgen im Hotel in Dallas zu verlaufen und sich auszusperren, unglaublich :-)
4. Homeland Security in Newark
5. Buddy erklärt, wieso dieser Beinhaar-Entferner in der Werbung nicht gut für die Haut ist

Mittwoch, Februar 18, 2009

Bescheidenheit

In der Weltwoche wurde ein sehr interessantes Interview mit Herr Malcolm Gladwell abgedruckt. Dies knüpft auch an die Aussagen eines früheren Interviews der Weltwoche mit Herrn Claude Lévi-Strauss an. Im Grundsatz geht es um die Bescheidenheit, welche auch in den letzten Jahren bei vielen Leuten verloren gegangen ist. Es widert mich teilweise richtig an, wie gewisse Leute ihre Leistung völlig überschätzen oder auch die Medien gewisse Leistungen völlig übertrieben darstellen. Dies war v.a. der Fall als ich noch bei der UBS arbeitete, dort hat man viele Leute kennen gelernt und der Wert ihrer Arbeit bzw. Leistung wurde nur anhand monetärer Faktoren gemessen. In meinen Augen ist es am Wichtigsten, zufrieden mit dem zu sein, was man macht. Es ist doch egal, ob man an der Kasse arbeitet, ein Restaurant führt, auf dem Bau arbeitet, WCs putzt oder Immobilienmakler ist. Wieviel man verdient, ist nur Ausdruck von Angebot und Nachfrage, von der Branche und vielen anderen Zufällen, auf die man nur einen geringen bis gar keinen Einfluss hat, daher ist es völlig daneben, die Anderen als minderwertig anzusehen oder unterlegen. Wenn z.B. ein Banker und eine Putzfrau (oder -mann) mit dem Herzen bei der Arbeit sind, Engagement/Leistung/harte Arbeit zeigen und zufrieden mit ihrer Arbeit sind, dann sind sie gleichwertig und ebenbürtig, unabhängig ob der Banker jetzt das 10fache verdient.
Darum haben mich diese zwei Interviews auch angesprochen. Zuerst einmal zitiere ich die grundlegende Idee der Bescheidenheit von Claude Lévi-Strauss:


Weltwoche: Welche Vorstellung vom Menschen geht von Ihrem Werk aus?

Claude Lévi-Strauss: Wahrscheinlich die Idee einer grossen Bescheidenheit. Zunächst: dass es den Menschen auf Erden nicht immer gegeben hat. Dass er nicht immer existieren wird. Dies muss er in seinem Bewusstsein präsent haben – im Vergleich zu den Millionen von Jahren, die dem Universum gegeben sind, ist er sehr vergänglich. Weiter, dass die Gattung Mensch eine Art optischer Täuschung ist. Sie kommt daher, dass wir so gemacht sind, dass wir unsere eigene Realität durch ein Vergrösserungsglas sehen. Wenn man einen Wassertropfen durch das Mikroskop betrachtet und das Objektiv verstellt, wird man in diesem Wassertropfen je nachdem kleine Tierchen sehen, die sich gegenseitig fressen und miteinander Liebe machen. Oder wenn man die Vergrösserung verstärkt, sieht man nur noch die Moleküle, aus denen sie bestehen, oder, bei noch stärkerer Vergrösserung, letztlich nur noch die Atome, welche die Moleküle bilden. Und das, was man heute das von diesen Tierchen Erlebte nennen mag, existiert nicht mehr. Alles, was uns wichtig, wesentlich erscheint, wofür wir kämpfen, woran wir glauben, hat nur auf einer gewissen Ebene der Betrachtung Sinn. Es ergäbe keinen Sinn mehr, wenn wir uns nur als Zusammensetzung von Molekülen und Atomen beobachten könnten. Und wenn wir uns im Massstab der unendlichen Räume, von denen Pascal sprach, sehen könnten, gäbe es ebenfalls keinen Sinn mehr.

Und als nächstes ein paar Auszüge aus dem interessanten Interview mit Malcolm Gladwell.

Herr Gladwell, haben wir eine falsche Vorstellung von Erfolg?

Ja, absolut. Wir haben dem Einzelnen in Erfolgsgeschichten eine viel zu grosse Rolle beigemessen, die unverdient ist. Und wir haben all die andern Leute, Faktoren und Institutionen vergessen, die zum Erfolg beigetragen haben. Das hat uns in die Irre geführt.

Was also macht Leute ungewöhnlich erfolgreich?

Ich will die Rolle des Einzelnen nicht vernachlässigen. Es braucht harte Arbeit, Hartnäckigkeit und ein gewisses Talent, um Erfolg zu haben. Aber all das kann sich nur durchsetzen, wenn es dazu eine Gelegenheit gibt, und diese Gelegenheit kommt von der Aussenwelt. Mit Aussenwelt meine ich die eigene Familie, die Kultur, die einen geprägt hat, die Generation, der man angehört, oder eine unverhoffte Chance, die man bekommt. Es gibt bei jeder Erfolgsgeschichte äussere Umstände oder Voraussetzungen, die diesen Erfolg erst möglich machten. Ich wollte wissen, welches diese Umstände sind.

Können Sie uns die wichtigsten nennen?

Es gibt kein Modell, das man aufzeichnen kann. Deswegen stehen in meinem Buch so viele verschiedene Geschichten. 1955 war etwa das perfekte Geburtsjahr, wenn man Computerprogrammierer werden wollte, aber kein günstiges für andere Berufe. Streng hierarchisches Verhalten kann zu tödlichem Misserfolg im Cockpit führen. Es war der Grund für koreanische Flugzeugunglücke, kann aber für einen Autohersteller wunderbar sein. Das Wichtige ist, diese verschiedenen Erfordernisse für Erfolg zu kennen und zu respektieren.

Überschätzen wir Talent?

Ich bin nicht mehr so sicher, was Talent genau bezeichnet, aber ich bin sicher, dass wir ihm viel zu viel Bedeutung geben. Wenn man die Geschichte der Beatles studiert, entdeckt man, wie hart sie arbeiteten. War ihr angeborenes Talent für Musik so gross, oder war ihre Liebe zur Musik so gross, dass sie so viel Zeit dafür hergaben? Wenn man begriffen hat, wie viel Zeit und Arbeit Meisterschaft erfordert, muss sich die Definition von Talent verändern.

Glauben Sie nicht, dass andere Bands ebenso hart an ihrer Musik arbeiteten wie die Beatles und trotzdem nie bekannt wurden?

Doch, aber vielleicht fehlten die glücklichen Zufälle. Die Heimatstadt der Beatles war Liverpool, eine Hafenstadt mit internationalem Flair. Ende der fünfziger Jahre war die Musikszene dort von Gruppen und Musikstilen aus der ganzen Welt beeinflusst. Was die Beatles mit ihrem Fleiss lernten, war also völlig verschieden von dem, was andere Bands in einer kulturell isolierteren Umgebung erarbeiten konnten. Von Liverpool aus gingen sie nach Hamburg, eine weitere Hafenstadt mit internationalen Einflüssen. Es ist ein grosser Unterschied, ob man in Liverpool und Hamburg oder in einem schottischen Bauerndorf hart an seiner Musik arbeitet. Und wenn man solche Faktoren zur Erklärung von Erfolg miteinbezieht, bekommt man ein anderes Bild von Talent.

Würde man ohne Talent für eine Sache überhaupt anfangen, daran hart zu arbeiten?

War Tiger Woods Talent für Golf angeboren, oder mag er Golf so viel mehr als andere, dass er härter trainiert? Es ist eine trickreiche Frage. Was genau ist Bill Gates’ Talent? Natürlich ist er ein sehr kluger Mensch, aber klug sind im Computerbusiness viele. Was ihn herausragend werden liess, scheinen mehrere glückliche Umstände gewesen zu sein. Er wurde an eine der damals seltenen Privatschulen geschickt, die mit Computern ausgerüstet waren. Als Teenager verbrachte er den grossen Teil seiner Nächte an einem PC der University of Washington, zu dem er Zugang hatte und der zwischen drei und sechs Uhr morgens nicht benutzt wurde.

Ist es falsch zu glauben, harte Arbeit führe zum Erfolg?

Harte Arbeit ist nicht genug. ...

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Ich glaube, trotz allem Erfolg muss man bescheiden bleiben und das Umfeld kennen und würdigen, welches einem zu dem gemacht hat, wer man ist. Diesem gehört das grosse Lob und nicht einem persönlich. Aber das Fundament des Erfolgs ist in aller Regel sehr sehr harte Arbeit, anders geht es nicht. Ob die harte Arbeit dann auch mit (monetären) Erfolg gekrönt wird, hängt von kaum beeinflussbaren Faktoren ab. Man kann sich natürlich auch Fragen, was ist Erfolg? Ein möglichst grosses Portemonnaie, oder persönliche Zufriedenheit, oder zufriedene Kunden, oder eventuell was ganz Anderes?